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Selbstfürsorge ist keine Lifestyle-Frage. Sie ist die Grundentscheidung, dass das eigene Wohlbefinden nicht der letzte Punkt auf der Prioritätenliste ist. Hier sind fünf Rituale, die ich selbst nutze – einfach, wirkungsvoll, ohne Aufwand.

Wenn jemand das Wort „Selbstfürsorge" hört, sehe ich manchmal ein leichtes Augenrollen. Noch ein Ratgeber, der sagt: Mach mehr Yoga. Meditiere täglich. Geh spazieren.

Ich sage es trotzdem. Aber ich meine etwas Anderes damit.

Selbstfürsorge, wie ich sie verstehe, ist nicht das Salzbad nach einem langen Tag. Sie ist eine grundlegende Haltung: die Entscheidung, dass mein Körper, meine Energie und meine innere Welt es wert sind, täglich wahrgenommen zu werden. Von mir selbst.

Das klingt simpel. Ist es aber nicht. Besonders nicht in einer Stadt wie Berlin, die immer in Bewegung ist – und in einer Zeit, in der Erreichbarkeit zur Norm geworden ist.

Die fünf Rituale, die ich hier teile, sind nicht aufwendig. Sie kosten meist weniger als fünf Minuten. Aber sie setzen etwas voraus: die Bereitschaft, sich kurz zu unterbrechen und wirklich anzukommen.

Die 5 Rituale

1
Der Morgens-Body-Scan
3–5 Minuten · vor dem Handy

Noch im Bett, bevor das erste Gerät entsperrt wird: Eine Hand auf den Bauch legen, eine auf das Herz. Tief einatmen, noch tiefer ausatmen.

Dann: Wie ist mein Körper heute morgen? Wo spüre ich Spannung? Wo Leichtigkeit? Welche Energie bringt dieser Tag mit?

Kein Bewerter, kein Planer, kein Problemlöser. Nur Wahrnehmung. Diese drei bis fünf Minuten verändern, wie du in den Tag startest – weil du ihn nicht bereits im Autopilot beginnst.

Tipp: Leg das Handy abends außer Reichweite – dann fällt dieser Start leichter.
2
Der regulierende Atem
2 Minuten · überall machbar

Die einfachste und neurobiologisch wirksamste Übung für das Nervensystem: das verlängerte Ausatmen.

Einatmen auf 4 Zählzeiten. Ausatmen auf 6 bis 8 Zählzeiten. Das ist alles.

Das verlängerte Ausatmen aktiviert den Vagusnerv – den Hauptnerv des parasympathischen Nervensystems. Es signalisiert dem Körper: Die Gefahr ist vorbei. Du bist sicher. Keine App, keine Ausrüstung, kein Kurs nötig. Diese zwei Minuten passen in die S-Bahn, vor ein Meeting oder in den Aufzug.

Tipp: Nutze diesen Atem immer dann, wenn du merkst, dass du flacher oder schneller atmest als üblich.
3
Sanfte Wirbelsäulenmobilisation
10 Minuten · täglich

Nicht Sport. Nicht Training. Einfach Bewegung, die der Wirbelsäule Aufmerksamkeit schenkt.

Die Wirbelsäule ist das strukturelle Zentrum des Körpers – und das Erste, was unter Dauerstress und langem Sitzen leidet. Zehn Minuten achtsame Mobilisation täglich können mehr ausrichten als eine wöchentliche intensive Sport-Session, weil sie regelmäßig Verbindung herstellen, statt Belastung zu addieren.

Konkret: Sanfte Rollbewegungen der Wirbelsäule, Schulterkreisen, das Becken in Achten bewegen. Keine Leistung – pure Verbindung.

Tipp: Morgens nach dem Aufstehen, noch in Socken – bevor der Tag losgeht.
4
Bewusste digitale Grenzen
täglich · morgens und abends

Das klingt nicht nach einem Körperritual – ist es aber. Unser Nervensystem unterscheidet schlecht zwischen realen und digitalen Reizen. Nachrichten, Social Media, Mails – sie alle aktivieren das System und halten es wach, auch wenn wir uns eigentlich erholen wollen.

Zwei klare Grenzen, die ich selbst halte und empfehle: keine Bildschirme in der ersten Stunde nach dem Aufwachen, und keine in der letzten Stunde vor dem Schlafen. Das klingt wenig. Und erzeugt erstaunlich viel Raum.

Tipp: Ersetze das Handy morgens durch einen Schluck Wasser, Tageslicht und eine Minute Stille – einfach zu beobachten, was das auslöst.
5
Die Abend-Reflexion
5 Minuten · vor dem Schlafen

Nicht Journaling im großen Stil. Nur drei Fragen, die ich abends stelle – manchmal auf Papier, manchmal nur gedanklich:

Was habe ich heute in meinem Körper wahrgenommen? – Was hat sich gut angefühlt, was angespannt?

Was hat mir heute Energie gegeben? – Auch kleine Dinge zählen.

Was hat Energie gezogen – und wie möchte ich morgen damit umgehen?

Diese drei Fragen, täglich gestellt, bauen über Monate eine tiefere Selbstkenntnis auf. Sie sind das Gegenteil von Rumination – aktive Verbindung statt kreisenden Gedanken.

Tipp: Fang mit einer Frage an. Wenn das sitzt, kommt der Rest von selbst.

All diese Rituale kannst du alleine praktizieren. Und manchmal braucht es einen Raum, in dem Selbstfürsorge begleitet wird – in dem der Körper Entlastung erfahren darf, nicht nur Übungen bekommt. Das ist das, was ich in meiner Praxis in Berlin-Friedrichshain anbiete.

Selbstfürsorge braucht manchmal Begleitung.

Wenn du spürst, dass du mehr brauchst als Rituale – dass du einen Raum möchtest, in dem du wirklich ankommen kannst – bin ich für dich da. In Berlin-Friedrichshain und online.

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